Der Winter

Um den 22. Dezember, wenn die Sonne in das Sternbild des Steinbocks eintritt, ist Wintersonnenwende. Damit beginnt nach dem Kalender der Winter. Die Sonne hat ihren tiefsten Punkt überschritten. Das Tageslicht nimmt allmählich wieder zu.
Die Erde hat alle lebendigen Kräfte in sich zurückgezogen. Sie wirkt abgeschlossen und fest. Der Boden ist hart gefroren und gibt unter den Tritten der Füsse nicht mehr nach. Wenn noch kein Schnee liegt, haben die Kinder Spaß an dem Lufteis auf den zugefrorenen Pfützen. Es kracht unter den Füßen, wenn man fest genug darauftritt, und wird gern um die Wette zerstampft.
Am Morgen, nach frostigen Nächten, überraschen uns Eisblumen an den Fenstern. Die Kinder haben Freude daran, mit ihrem warmen Atem Löcher hineinzuhauchen und zu beobachten, wie diese allmählich wieder zuwachsen.

Adventgärtlein

Im Advent bereiten wir uns mit unseren Kindern auf das Fest der Geburt des Christuskindes vor.
Mit der Feier des „Adventgärtleins“ beginnt unsere schöne Adventszeit im Kindergarten. Eine Zeit voller Ruhe und Aufregung, voller Dunkelheit und Licht und innerer Erwartung. Als Vorbereitung für den Erwachsenen bietet sich folgender Spruch an:
Weihnacht
Im Seelenaug sich spiegelt
Der Welten Hoffnungslicht
Dem Geist ergebne Weisheit
Im Menschenherzen spricht:
Des Vaters ew`ge Liebe
Den Sohn der Erde sendet
Der gnadenvoll dem Menschenpfade
Die Himmelshelle spendet.
R. Steiner
Am Freitag vor dem ersten Advent findet morgens kein Kindergarten statt. Nachmittags wird in unserem Kindergarten zur Einstimmung auf die Adventszeit das „Adventgärtlein“ gefeiert. Am Vorabend haben die Eltern Gelegenheit das Adventgärtlein zu erleben.
Im Kindergarten ist der Gruppenraum adventlich gestaltet. Auf dem Jahreszeitentisch ist die leere Krippe zu sehen, die ersten Goldsterne glitzern und weisen den Hirten, Maria und Josef den Weg.
Jeden Tag wird der Jahreszeitentisch schöner und reichlicher. Er bekommt Blumenschmuck, Edelsteine, Zapfen, Tannengrün…………..um die Kinder bildlich auf das Fest vorzubereiten.
Jedes Kind hat ein Tonschale, auch diese wird Tag für Tag festlicher gestaltet, um am Weihnachtstag der heiligen Familie Herberge zu geben.
Am Vormittag leuchten die Kerzen des Adventkranzes und wir singen nach der Aufräumzeit mit den Kindern stimmungsvolle Lieder. Im Engelskörbchen liegen dann die Gaben zur Gestaltung der kleinen Krippengärtchen in den Tonschalen.
Am Ende des Vormittages spielen wir täglich das kleine Krippenspiel mit den Kindern. Und immer ist die Erwartung groß!
Wer spielt heute die Maria? Bin ich ein Schäfchen? Darf ich als Engel das Jesuskind tragen?
So erleben die Kinder spielerisch die Weihnachtsgeschichte.
Und dann werden noch Plätzchen gebacken, Fenstersterne gefaltet, Kerzen gezogen………..
Eine Zeit voller Staunen, Erwarten und Lauschen.

Die Michaelifeier

Michaeli am 29. September gehört mit St. Martin und St. Nikolaus zu den drei Festen die bildhaft dazu beitragen, die Kinder auf das Weihnachtsfest vorzubereiten.

Der Erzengel Michael, der den Drachen besiegte, ist mit dieser Tat ein Bild dafür, dass das Bewusstsein wach sein muss, damit das Böse durchschaut und bekämpft werden kann Die Festeszeit des heiligen Michael ist ein Ausruf an den Menschen die nieder ziehenden Kräfte zu erkennen. Seit dem Mittelalter, als sich die Ritterschaft für die Ausbreitung des Christentums stark machte, ist die Legende des St Georg bekannt, der furchtlos in den Kampf gegen den Drachen zog Er besiegt das Untier mit seiner Lanze und erlöst die Königstochter, die geopfert werden soll. Die Tat des Ritters auf Erden entspricht der Tat des Erzengels im Himmel (siehe Johannes Offenbarung, Michaels Kampf gegen den Drachen Dieses Geschehen kann als Bild gelten für den SEELENMUT der nötig ist, um Niedertracht Feigheit Egoismus und Unwahrheit zu überwinden.
Die Kinder leben und verstehen das Michaeligeschehen nicht über Worte und Erklärungen, sondern über die Stimmung, die wir über symbolische Elemente und unser praktisches Tun im Raum und in der Gruppe aufbauen:

  • die Farbe ROT in der Gruppenraumgestaltung symbolisiert den MUT
  • mit Knete gestalten wir aus den mitgebrachten Stöcken den eigenen Drachen
  • im Reigen befreien die Kinder das schöne Königskind
  • die Abschlussgeschichte ist in dieser Zeit die Märchenaufführung von „Knabe und Stierlein“, die von siegreichem Drachenkampf und Befreiung der Königstochter handelt
  • wir sammeln die Erntegaben der Natur, dass sie uns in der kalten Jahreszeit Freude sind (Kastanien Eicheln, Bucheckern, Hagebuttensträuße usw.) sowie Gemüse und Obst aus dem Garten, dass sie uns stärken und nähren (Blumenkohl, Gurken, Möhren, Kartoffeln, Lauch, Kürbis oder ähnliches)

Es wäre schön, wenn jedes Kind eine Erntegabe mit in den Kindergarten bringt, so dass wir am Festestage eine gute Mahlzeit daraus bereiten können. Dabei wäre wichtig, diese Gabe mit dem Kind zu ernten oder zu sammeln.

Ostern

So langsam zieht der Frühling ins Land.
Mit den Kindern bereiten wir uns auf das Osterfest vor, d.h. während der Fastenwochen
wird das Ostergras gesät, werden im Garten die Beete gepflegt, wird geputzt und
aufgeräumt.
Noch ist der Gruppenraum karg gestaltet, noch gibt es keine bunten Blumen, keine
Ostereier, keine Osterdekoration.
Wir leben in der Erwartung.
Kinder verstehen den geistigen Hintergrund des Osterfestes, den Tod und die Auferstehung
noch nicht.
Aber sie erleben dieses in der Natur.
Im Herbst verlieren die Bäume ihre Blätter, schlafen im Winter und erwachen im Frühjahr.
Die Raupe „stirbt“ und verpuppt sich, wird dann als Schmetterling wiedergeboren.
So ist es sehr wichtig mit den Kindern zur Osterzeit die erwachende Natur zu erleben.

Der Herbst

Um den 23. September, wenn die Sonne in das Sternbild der Waage eintritt, ist Tag- und Nachtgleiche. Dann beginnt nach dem Kalender der Herbst. Die Bahn der Sonne neigt sich immer mehr zur Erde. Die Tage werden kürzer als die Nächte.
Die lebendigen Kräfte der Natur ziehen sich zurück und gliedern sich in den Kreislauf des „Stirb und Werde“ ein. Noch vor den grossen Stürmen beginnen die Früchte und das Laub, sich von den Blättern zu lösen.
Das Leben in den Familien wird häuslicher. Die Kinder freuen sich auf die Zeit, in der es wieder nach Bratäpfeln duftet, auf die Bastelnachmittage und auf die Lichterfeste.

Der bunte Herbst zieht durch das Land
in seinem fröhlichen Gewand.
Er hat die Backen voller Wind,
und jeder Drachen steigt geschwind.
Er schüttelt Äpfel in das Gras,
und füllt dem Bauern Scheun´ und Fass.