Konzeption

Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V.                    Konzeption Stand Oktober 2014

Leitbild: Menschsein dürfen

Der Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V. versteht sich als Lebensraum der Begegnung und Selbstwerdung, in dem sich Kinder, Eltern und Erzieher in Freiheit an Leib, Geist und Seele wohlfühlen.

Konzeption                                                                                          Stand Oktober 2014

A.Präambel

Warum haben wir diese Konzeption geschrieben?

B. Biographie der Einrichtung

C. Wir stellen uns vor

Unser Verein, unsere Mitarbeiterinnen

D. Daten und Fakten

Öffnungszeiten, Kinderzahl, Kosten, Räumlichkeiten

E. Unsere Ideale, Lebensfelder und Bedingungen

1. päd. Bereich

a. päd. Grundhaltung

b. Spiel

c. Rhythmus

d. Künstlerische Erfahrungen

e. Eurythmie

f. Individuelle Entwicklungsbegleitung/ Inklusion

g. Betreuung von Kindern unter drei Jahren

h. Sprachförderung

i. Gesundheitsförderung

j. Bildung Übergang Kindergarten Schule

k. Partizipation und Beschwerdemöglichkeit

2. Elterngemeinschaft

a. Eltern Gespräche

b. Eltern Abende

c. Elternmitarbeit

d. Elternbeirat

3. Trägerschaft

a. Vereinsgestaltung

b. Rechtliche Beziehungen

c. Finanzierung

d. Vorstandsarbeit

4. Kollegium

  • kollegiale Verantwortung
  • päd. Selbstverwaltung
  • partnerschaftliche Zusammenarbeit
  • kollegiale Vereinbarungen

5. Beziehung zu anderen

  • internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten
  • Paritätischer Wohlfahrtsverband
  • Jugendamt, Landesjugendamt
  • Schulen
  • Beratungsstellen
  • Ärzte, Therapeuten

F. Abschluß und Ausblick

 

A.Präambel

Warum haben wir diese Konzeption geschrieben?

Unser Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V. ist inzwischen mehr als 30 Jahre alt. ( Vereinsgründung 1978/ Eröffnung 1981)

Viele positive Erfahrungen prägen den Hollerbusch, er verändert und entwickelt sich ständig weiter.

Regelmäßig stellen wir uns folgende Fragen:

• Was ist uns besonders wichtig in diesem Kindergarten?

• Warum habe ich als Mutter/ als Vater, als Erziehungsberechtigte diesen Kindergarten gewählt?

• Warum bin ich hier pädagogische MitarbeiterIn?

• Welche ideellen Hintergründe verbinden uns?

• Welche Lebenssehnsüchte und Wünsche habe ich?

• Was finde ich hier, kann ich in dieser Gemeinschaft leben?

• Welche Ideale, Lebensfelder und Bedingungen leben in diesem Kindergarten?

Unser Leitbild lautet:

Menschsein dürfen

Der Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V. versteht sich als Lebensraum der Begegnung und Selbstwerdung, in dem sich Kinder, Eltern und Erzieher in Freiheit an Leib, Geist und Seele wohlfühlen.

Aus dem Leitbild entwickelten wir unsere Konzeption.

Eine formulierte Konzeption ist jedoch nur die Wiedergabe von Idealen und Lebensfeldern des Augenblicks. Verändern sich Bedürfnisse, Notwendigkeiten und

Ideale, verändert sich auch die gelebte Konzeption.

Darum ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen diese zu betrachten; nur eine gelebte Konzeption ist eine wahre Konzeption.

B. Biographie der Einrichtung

Im Jahr 1978 gründeten interessierte Menschen in Mönchengladbach einen Verein: Waldorfkindergarten Mönchengladbach e.V.

Die erste Waldorfkindergarten-Gruppe in Mönchengladbach öffnete 1981 an der Krefelder Straße. 1985 zog der Kindergarten um in ein Haus an der

Buchenstraße. Hier öffnete die zweite Kindergartengruppe. 1991 wurde das zehnjährige Bestehen gefeiert.

1993 begannen die Überlegungen, den Kindergarten auf drei Gruppen zu erweitern. Die ersten Tageskinder wurden aufgenommen.

1998 zog der Kindergarten um in den Neubau »An den Hüren«. Hier haben wir unser Zuhause gefunden. Wir gaben uns den Namen: Waldorfkindergarten

Hollerbusch e.V. Im neuen Haus richteten wir eine integrative Gruppe ein.

Im Jahr 2001 feierten wir unser 20-jähriges Bestehen und im Jahr 2006 ein großes Fest zum 25-jährigen Jubiläum, im Jahr 2011 unser 30-jähriges Jubiläum.

Und heute?

Im Jahr 2014/2015 besuchen 56 Kinder unseren Kindergarten. Betreut werden sie in drei Gruppen von neun pädagogischen Mitarbeiterinnen und drei

Therapeutinnen. Praktikanten ergänzen das Team.

Im Haus arbeiten zwei Raumpflegerinnen, eine Küchenhilfe und eine Büromitarbeiterin.

 

C. Wir stellen uns vor

Unser Verein, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Getragen wird der Kindergarten vom Verein Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V.

Die Grundlagen der Arbeit des Vereins sind in einer Satzung geregelt. In jedem Jahr gibt es (mindestens) eine Mitgliederversammlung. Alle zwei Jahre wählen die Mitglieder den Vorstand.

Im Jahr 2014/2005 gehören zum Vorstand:

Martina Kuhlmann, Cornelia Stankewitz-Schneider, Holger Krasemann, Armin Strauch

Pädagogisch geleitet wird der Kindergarten von:

Martina Kuhlmann

Unsere pädagogischen Mitarbeiterinnen 2014/2015

Team der Dornröschengruppe:

Veronika Kaiser, Katrin Schulze, Cecilia Schröter Sierra

Team der Sterntalergruppe:

Svetlana Hänsch, Nicole Immich (Elternzeit), Judith Krasemann, Julia Schmidt

Team der Schneewittchengruppe:

Silvia Bartoniczek, Silke Abels-Engelke*, Sebastian Milenz

(*Silke Abels-Engelke arbeitet zugleich als Eurythmistin mit Kindern aller Gruppen)

Praktikanten im Kindergarten:

Nils Brinkmann, Ricarda Lancucki, Karina Herraéz Antolin,

Therapeuten:

Bettina Hausmann (Ergotherapie); Tanja Delhey (Logopädie); Nicola Tillmanns (Physiotherapie)

D. Daten und Fakten

Öffnungszeiten, Kinderzahl, Kosten, Räumlichkeiten

Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren besuchen unseren Kindergarten.

Sie werden in drei Gruppen betreut.

20 Kinder, im Alter von 2-6 Jahren gehen in die Sterntalergruppe. Diese ist geöffnet von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr.

20 Kinder im Alter von 3-6 Jahren besuchen die Dornröschengruppe. Bis zu 20 Kinder, im Alter von 3-6 Jahren besuchen die Schneewittchengruppe ( Inklusionsgruppe). Die Dornröschen- und die Schneewittchengruppe sind geöffnet von 7.30 – 16.30 Uhr.

Insgesamt stehen für die Kinder Räume von 600 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Wir haben drei Gruppenräume mit entsprechenden Nebenräumen,

Waschräume mit Toiletten, einen Mehrzweckraum, einen Therapieraum, zwei Schlafräume, einen Werkraum, einen Konferenzraum, einen Büroraum, eine

Personalküche und kleine Abstell-, Heizungs- und Putzmittelräume.

Der Garten ist 1500 Quadratmeter groß, sehr naturnah gestaltet und bietet den Kindern viele verschiedene Spiel- und Erfahrungsmöglichkeiten.

Sie finden unseren Kindergarten in Mönchengladbach-Uedding. Unser Grundstück liegt fern ab der Straße, hinter Wohnhäusern.

Der Hollerbusch ist unser kleines Paradies.

Kindergartenbeiträge

Erziehungsberechtigte zahlen an den Kindergartenverein monatlich einen Trägerbeitrag von 46,00 € und ein Frühstücksgeld von 7,00 Euro. Das Mittagessen kostet 2,90 Euro pro Tag. Es wird nur für die Tage abgerechnet, an denen es in Anspruch genommen wird.

Darüber hinaus erhebt das Jugendamt der Stadt Mönchengladbach einen Elternbeitrag. Die Höhe dieses Beitrags richtet sich nach Ihrem Einkommen. Er wird direkt an die Stadt gezahlt.

Weitere Informationen finden Sie im Betreuungsvertrag des Kindergartens und im Informationsblatt Kindergartenbeiträge.

E. Unsere Ideale, Lebensfelder und Bedingungen

1.Pädagogischer Bereich

a. Pädagogische Grundhaltung

Jedes Kind, das zu uns in den Kindergarten kommt, bringt eine eigene Individualität mit. Jedes Kind hat besondere Fähigkeiten, Behinderungen und Begabungen.

Die Beziehung zum Kind basiert auf einer Absichtslosigkeit. Jede Erzieherin muss eine persönliche Beziehung zu den Kindern aufbauen.

Die Persönlichkeit der Erzieherinnen, ihre Individualität und die Möglichkeit, den Kindergartenalltag zu gestalten, geben jedem Kind den Freiraum zur Selbstwerdung.

Wir wissen nicht, wohin die Wege der Kinder gehen, aber wir wissen … :

»Immer wieder wolln wir uns erinnern,

dass die Sterne uns zusammen führten,

dass im tief verborg’nen Innern

wir den einen Schicksalsruf verspürten …“

(Helmut von Kügelgen)

Zu unseren pädagogischen Grundhaltungen gehört die Selbsterziehung des Erwachsenen. Ich muss wach sein und mir folgende Fragen stellen:

• Erkenne ich die Schwerpunkte der Entwicklung der Kinder im ersten Lebensjahrsiebt?

• Erkenne ich die Ganzheitlichkeit von Körper, Geist und Seele?

• Weiss ich, dass das Kind nicht nur meine Taten, sondern auch Gedanken und Stimmungen wahrnimmt?

• Bin ich ein nachahmenswertes Vorbild für die Kinder und Eltern?

• Was kann das Kind an mir nachahmen?

• Wie sind meine ethischen und sozialen Wertvorstellungen?

• Wie ist meine seelische Grundhaltung? Bin ich ehrlich, offen, wertschätzend?

• Wie vermittle ich den Kindern die lebenspraktischen Aufgaben?

• Gebe ich dem Kind ausreichend Gelegenheit, sich durch unmittelbare körperliche Erfahrungen mit den Gegenständen, Vorgängen und Tatsachen seiner Lebensumwelt vertraut zu machen und sich mit der Gefühlssphäre innig zu verbinden?

• Gebe ich den Kindern Zeit zur eigenen Entwicklung?

• Wie fördere ich das Verantwortungsbewusstsein der Kinder?

• Wie kann das Kind gesund an Geist, Körper und Seele leben?

• Lebe ich mit den Kindern einen Tagesablauf, der Orientierung und Sicherheit gibt? (Zeithülle)

• Pflege ich ein gutes Gemeinschaftsgefühl in der Kindergruppe?

• Erleben die Kinder verlässliche Beziehungen?

• Fördern die Raumatmosphäre und das Material die Neugierde, das Forschen der Kinder?

• Wo setze ich den Kindern Grenzen? Warum setze ich diese Grenzen?

• Wie gehe ich mit Konflikten um? Suche ich nach Möglichkeiten einer gewaltfreien Konfliktlösung? (soziale Hülle)

• Habe ich eine wertschätzende Grundhaltung?

• Kann ich vorausschauend planen und denken?

• Wie kommuniziere ich mit den Kindern? (Worthülle)

• Wie bringe ich mein Staunen, meinen Respekt, meine Empathie zum Ausdruck?

• Wie erlebt das Kind meine Lebensfreude, meine Fröhlichkeit und Freundlichkeit?

• Wie begleite ich die Kinder in der natürlichen Religiosität? Kann das Kind staunen, erlebt es Wunder und begegnet der Welt vertrauensvoll?

• Was bedeutet für mich Religion?

• Wie pflege ich die Jahresfeste?

• Wie gestalte in den Gruppenraum, um eine gute Atmosphäre zu schaffen?

• Wie vermittle ich den Kindern Freude an meiner Tätigkeit? (Tätigkeitshülle)

Tag für Tag begegnen uns viele weitere Fragen.

Diese Fragen verdeutlichen die Möglichkeiten der Eigenentwicklung der Pädagogen und auch der Eltern und Erziehungsberechtigten.

Die daraus folgende Frage lautet:

Welche Bedingungen müssen geschaffen werden, damit diese pädagogischen Grundhaltungen erfüllt werden können?

Einige Mitarbeiterinnen haben eine Zusatzausbildung zur Waldorferzieherin abgeschlossen. Unserer pädagogischen Mitarbeiterinnen bilden sich regelmäßig durch Fortbildungen intensiv in den pädagogisch Grundfragen der Waldorfpädagogik weiter.

Damit die Mitarbeiterinnen die pädagogischen Grundhaltungen leben können, müssen sie den Tagesablauf und die Jahresfeste frei gestalten können.

Pädagogische Selbstverwaltung und kollegiale Verantwortung sind hier wichtig. Immer wieder werden zeitgemäße Formen entwickelt, um die Kinder individuell zu begleiten und die soziale Gemeinschaft zu fördern. (siehe Lebensfeld E4, Kollegium)

Die Erzieherinnen nehmen an Teamkonferenzen teil. Inhalte dieser Sitzungen sind die pädagogische und organisatorische Planung des Kindergartenalltages, Festvorbereitungen, Besprechungen über Kinder, Zukunftsplanungen … – um nur einige Aspekte zu nennen.

Supervisionen unterstützen die Reflektion der Arbeit.

Elterngespräche, Elternabende und die Kooperation in Gremien des Kindergartens sind wichtige Grundelemente der Elternarbeit. Diese unterstützen die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern und Erziehungsberechtigten. (siehe Lebensfeld E2, Elterngemeinschaft)

Buchempfehlungen

  • Steiner, Rudolf Die Philosophie der Freiheit
  • Steiner, Rudolf Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft
  • Steiner, Rudolf Erziehung zur Freiheit
  • Grunelius,Elisabeth M. Erziehung im frühen Kindesalter
  • Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten Vom Waldorfkindergarten
  • Kügelgen, Helmut von Plan und Praxis des Waldorfkindergartens
  • Köhler, Henning Vom Wunder des Kindseins
  • Sassmannshausen, Wolfgang Waldorfpädagogik im Kindergarten
  • Hahn, Herbert Vom Ernst des Spielens
  • Kiersch, Johannes Die Waldorfpädagogik

b.Spiel

»Das Spielen ist der höchste Ausdruck der menschlichen Entwicklung in der Kindheit, denn nur es allein zeigt, was in der kindlichen Seele vorgeht. Es ist das reinste und geistigste Erzeugnis des Kindes und gleichzeitig ist es ein Bild des Menschenlebens auf allen Stufen und in allen Beziehungen. Demjenigen, der einen tieferen Einblick in die Menschennatur hat, offenbart sich in dem vom Kinde freigewählten Spiel der ganze zukünftige Lebensweg.“        Friedrich Fröbel

Jedes Spiel des Kindes ist eine aus ihm selbst bestimmte Schöpfung. Im Spiel des Kindes herrscht immer Freiheit, nie das Gesetz. Im Spiel entwickelt das Kind nicht nur seine leiblichen Geschicklichkeiten, seine organischen Fähigkeiten, sondern diese besondere kindliche Fantasie. Diese schöpferischen Kräfte sind Ausdruck frühkindlichen Lernens.

Wir lassen den Kindern Zeit zum Spielen. Jedes Kind hat die Chance, auch mit »Langeweile« aktiv umzugehen. Manche Kinder sind äußerlich sehr aktiv, andere eher innerlich.

Die Erzieherin ist bemüht, den Raum, das Spielmaterial und die Erwachsenentätigkeit so zu gestalten, dass das Kind in eine Umgebung eintauchen kann, in der es die Welt nachahmend ergreifen lernt.

Manche Kinder benötigen aber auch eine Spielanleitung. Dann unterstützt die Erzieherin das Spiel und gibt Anregungen und Ideen.

Die Kinder nutzen selbständig die Spielräume des Kindergartens, in Kleingruppen auch die Nebenräume wie Flur und Mehrzweckraum. Im Waldorfkindergarten Hollerbusch gibt es viele freie naturnahe Spielmaterialien und wenig ausgestaltetes oder technisches Spielzeug.

Es gibt kleine Häuser wie den Kaufladen, das Schloss oder die Bauecke. Kreativ-Materialien stehen zur Verfügung: Musikinstrumente, Wolle, Stoffe, Knetwachs, Farben und Papier. Holztiere, Spieltücher, Seile, Baubretter, Tische, Stühle, Bauständer, Bänke, Matratzen und viele kleine Dinge ergänzen das Material für das freie Spiel.

Am frühen Vormittag gehen einzelne Kinder in den Garten, am späten Vormittag wird er von allen Kindern genutzt.

Draußen gibt es für die Kinder viele Erfahrungs- und Bewegungsmöglichkeiten. Sie schaukeln, rennen, klettern, verstecken sich hinter den Sträuchern, halten Ausschau vom »Schiff«, graben im Sand, leben im Holzhaus, sammeln Zweige, Blätter und Steine oder beobachten kleine Tierchen. Seelischer Kontakt zur Natur findet statt.

Es gibt vieles zu entdecken. Auch helfen die Kinder gerne bei der Gartenarbeit. Spielmaterialien wie Stelzen, Seile, Schaufeln, Töpfe und Bretter unterstützen das freie Spiel.

Kinder spielen intensiv, … :

• wenn, die Erwachsenen aufmerksam sind, sich jedoch nicht zu sehr einmischen.

• wenn das Gefühl von Sicherheit in den Kindern Mut für Entdeckungen und Abenteuer weckt.

• wenn das Vertrauen der Kinder ins Leben ungebrochen ist und sie somit Unbekanntem gegenüber offen und furchtlos sind.

• wenn es genug Freiraum für die Kinder gibt und die Welt mit ihnen geteilt wird.

• wenn ihr Spiel von Erwartungen der Erwachsenen frei ist und von ihren Verwandlungen kein Endergebnis verlangt wird.

• wenn ihre Sinne direkt von der Natur und den Elementen angeregt werden.

• wenn die Kinder mit anderen Kindern spielen und Beziehungen knüpfen können.

• wenn sie auch alleine und völlig ungestört sein dürfen.

• wenn sie durch ihr Spiel mit anderen und ihrer eigenen Fantasie ein neues Selbst entwickeln können.

• wenn sie sich selbst, ihre Freude, ihren Kummer und ihre Sorgen mitteilen können, ohne Angst davor haben zu müssen, ausgelacht oder

nicht erst genommen zu werden.

• wenn Geheimnis und Fantasie nicht gelähmt werden.

• wenn Spielen als zentrale Tätigkeit im Leben eines Kindes anerkannt wird.

• »Überall ist Leben und Leben wird zu Spiel, und Spiel erweckt Fähigkeiten für das Leben … «

Aus: Die Würde des Kindes; herausgegeben von der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten

Buchempfehlungen

  • Hahn, Herbert Vom Ernst des Spielens
  • Soziale Hygiene Das kindliche Spiel/Spiel und Spielzeug
  • De Haes, Udo D. Der singend spielende Kindergarten
  • Kügelgen, Helmut von Plan und Praxis des Waldorfkindergartens
  • Arbeitsmaterial aus den Waldorfkindergärten Spielzeug von Eltern selbstgemacht
  • Arbeitsmaterial aus den Waldorfkindergärten Singspiele und Reigen
  • Arbeitsmaterial aus den Waldorfkindergärten Das spielende Kind
  • Arbeitsmaterial aus den Waldorfkindergärten Spiel mit uns
  • Dhorn, Christel Spiel mit mir, sprich mit mir
  • Ellersiek, Wilma Berührungs- und Handgestenspiele
  • Kischnick, Rudolf Was die Kinder spielen
  • Kutik, Christiane Spielen mit kleinen Kindern

c. Rhythmus

»… ist in allen Bewegungen, die in regelmäßigem Wechsel wiederkehren. Alles Lebendige ist davon durchzogen. Den Pflanzen, Tieren, den Menschen, der Erde, dem ganzen Kosmos liegen rhythmische Gesetzmäßigkeiten zugrunde. Der Rhythmus wiederholt ähnliche Vorgänge in vergleichbar ähnlichen Verhältnissen. Erlebbar als Urbild des Rhythmus ist die Atmung. Jeder Atemzug ist dem vorangegangenen ähnlich, trotzdem gleicht kein Atemzug dem anderen in Bezug auf Tiefe und Länge. Die bewusste Pflege der wichtigsten Rhythmen kann die Belastungsfähigkeit des Organismus für die Anforderung des Lebens vorbereiten und aufbauen. Das Missachten der rhythmischen Funktionsordnung kann zu Krankheits- und Kraftlosigkeitszuständen führen …«

Michaela Glöckler: Kindersprechstunde

Die Gestaltung des Alltags im Kindergarten orientiert sich am Tagesrhythmus, am Wochenrhythmus und am Jahreszeitenrhythmus.

Tagesrhythmus

In unserem Tagesablauf zeigen sich Sicherheit verleihende Rhythmen in der wiederkehrenden Zeitgestalt. Dieser Rhythmus ist mit einem harmonischen Ein-
und Ausatmen zu vergleichen.

Der Tag beginnt mit einer gemeinsamen »Bringzeit«. Es folgt das Freispiel mit verschiedenen Aktivitäten entsprechend des Wochen- und Jahresrhythmus.

Die Aufräumzeit beendet das Freispiel und führt zu gelenkten Tätigkeiten wie Reigen, Spielkreis, Eurythmie und Frühstück.

Im zweiten Freispiel geht es hinaus in den Garten oder zu einem Spaziergang. Um 12.00 Uhr gehen die Kinder zum gemeinsamen Mittagessen.

Danach folgt die Mittagsruhe.

Am Nachmittag findet je nach Jahreszeit das Spiel drinnen oder draußen statt. Es endet mit einem gemeinsamen Abschluss.

Durch die rhythmische Wiederholung einzelner Elemente finden die Kinder Orientierung und Sicherheit. In Geborgenheit entwickeln sie für sich ein Lebensgefühl, bekommen die nötige Kraft zum Durchhalten und einen Sinn für gesunde Lebensumstände. Rhythmische Wiederholungen kräftigen den Willen, die Konzentration und damit auch die Leistungsbereitschaft.

Rhythmus ist nicht Takt. Jedes Kind lebt einen individuellen Rhythmus, der mit den Rhythmen der Gesamtgruppe mitschwingt.

Begleitung der Kinder notwendig.

Wochenrhythmus

Wiederkehrende Frühstücksangebote, regelmäßige künstlerische und kreative Aktionen, besondere Angebote für Kinder im Jahr vor dem Wechsel zur Schule, Wandertage und die wöchentlich stattfindende Eurythmie bestimmen den Wochenrhythmus.

Jahresrhythmus

Am Wechsel der Jahreszeiten erleben die Kinder die Vorgänge in der Natur mit all ihren Sinnen in lebendiger Weise.

Sie spüren die unterschiedlichen Stimmungen im Jahreslauf:

• Frühling – Erwachen des Lebens und Aufbruch

• Sommer – Fülle und Lebenskraft

• Herbst – Ernte und Einkehr

• Winter – Ruhe und Innerlichkeit

Der Kindergarten ist christlich orientiert. Wir erleben und feiern folgende Jahreszeiten und Jahresfeste:

• Dreikönigszeit

• Karneval

• Ostern

• Pfingsten

• Sommerfest

• Johanni

• Michaeli

• Erntedank

• Laternenfest

• Advent (mit Adventsgärtlein)

• Nikolaus

• Weihnachten

Außerdem werden natürlich die Geburtstage der Kinder und pädagogischen MitarbeiterInnen, sowie die Abschiedsfeste am Ende des Kindergartenjahres gefeiert.

Bei vielen Festen sind die Eltern und teilweise die ganzen Familien miteinbezogen.

Buchempfehlungen

  • Steiner, Rudolf Der Jahreskreislauf als Atmungsvorgang der Erde
  • Leber, Stefan, Kranich, Ernst-Michael, Smit, Jörgen Der Rhythmus von Schlafen und Wachen
  • Arbeitsmaterial aus den Waldorfkindergärten Feste im Kindergarten und Elternhaus, Teil I
  • Arbeitsm. aus den Waldorfkindergärten Feste im Kindergarten und Elternhaus, Teil II
  • Glöckler, Michaela Elternsprechstunde
  • Glöckler, Michaela Kindersprechstunde
  • Bock, Emil Der Kreis der Jahresfeste
  • Schlesselmann, Luise Die christlichen Jahresfeste und ihre Bräuche
  • Barz, Brigitte Mit Kindern beten
  • Barz, Brigitte Feiern der Jahresfeste mit Kindern

d. künstlerische Erfahrungen

Mit allen Sinnen das Leben zu »begreifen« ist unser Ziel. Die Kinder werden durch die Raumgestaltung in ihrer künstlerischen Wahrnehmung angeregt.

Das Malen mit Pflanzenfarben, die Arbeit mit Holz und das Plastizieren fördern die Motorik, die Wahrnehmung und das Gemüt.

Musikalisches Erleben, Fingerspiele, Lieder, Reigen und Experimente schulen die Sinne. Beim gemeinsamen Singen erleben die Kinder ihre individuellen Fähigkeiten sowie die Möglichkeiten der Gemeinschaft.

Künstlerische Erfahrungen sammeln die Kinder auch beim Puppenspiel, bei Rollenspielen und Märchen.

Wichtig ist uns bei allen künstlerischen Tätigkeiten der Schaffensprozess, nicht das Endprodukt. Arbeiten wir künstlerisch, zeigen wir unser Seelenleben, setzen uns mit Widerständen und Schwächen auseinander und zerfließen in Harmonie und Intensität.

Unsere Beobachtungsgabe wird durch die künstlerische Tätigkeit geschult, ebenso die Konzentration, Motivation, Neugierde und das Eintauchen in einen Prozess.

Kunst kann uns zu einer seelischen Ausgeglichenheit führen. Hier schwingt die Seele zwischen der Welt außen und in mir.

Bedingungen – Kinder sind Künstler und werden aktiv … :

• wenn die Raumgestaltung entsprechend einladend ist.

• wenn künstlerisch ansprechende Naturmaterialien zur Verfügung stehen (Wolle, Stoffe, Wachs, Holz, Ton)

• wenn Kunst die Möglichkeit bietet, sich selbst forschend mit den Materialien auseinander zu setzen.

• wenn Materialien nicht im Überfluss zu Verfügung stehen, sondern wertgeschätzt erlebt werden.

• wenn wir ein Verständnis für kindliche Schaffensprozesse erkennen.

• wenn auch wir Erwachsenen einen natürlichen Zugang zu den Schaffensprozessen der Kunst haben.

• wenn wir uns selbst als Entwicklungsbegleiter erleben.

• wenn wir unsere eigenen Fähigkeiten einbringen und die Kinder anregen.

• wenn wir Spaß und Freude am Tun vermitteln können

Buchempfehlungen

  • De Haes, Udo D. Der singend spielende Kindergarten
  • De Haes, Udo D. Kinderwelt – Märchenwelt
  • Streit, Jakob Warum Kinder Märchen brauchen
  • Arbeitsmaterialien aus den Waldorfkindergärten Singspiele und Reigen
  • Müller, Brunhild Malen mit Wasserfarben
  • Schmidt, Dagmar, Jaffke, Freya Gestalten mit farbiger Wolle
  • Flensburger Hefte Märchen
  • Ellersiek, Wilma Berührungs- und Handgestenspiele
  • Kutik, Christiane Mit kleinen Kindern spielen, erleben, schöpferisch sein

e. Die Eurythmie

Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die 1912 mit Rudolf Steiner auf der Grundlage seines geisteswissenschaftlichen Menschenbildes entwickelt wurde.

Durch bestimmte Gesten des Menschen und Bewegungen im Raum wird in der Eurythmie das gesprochene Wort bzw. die Musik sichtbar gemacht. So kann sich die Eurythmistin nicht willkürlich zur Sprache oder Musik bewegen, sondern es gibt genau die gleichen Gesetzmäßigkeiten, die es in der Sprache, bzw. der Musik gibt.

In der Kindergarteneurythmie gestalten wir die elementare Eurythmie. Es geht hier nicht so sehr um die künstlerisch ausgeformte Sprache, sondern mehr um den der Sprache zugrunde liegenden Bewegungsimpuls, um die Urgebärde.

Die Gebärden müssen äußerlich leicht zu ergreifen sein und sollten klar, schön und wahrhaftig sein.

Das pädagogische Ziel ist die Unterstützung der Entwicklung des Kindes in der Körperwahrnehmung, der motorischen Möglichkeiten und des sozialen Miteinanders.

Die Willensinitiative wird gestärkt, das Empfinden und das Erlebnis für die Sprache wird intensiviert und der Wortschatz wird erweitert.

Durch freudig ausgeführte Bewegungen wird dem Kind das Körpergefühl vermittelt, das zur Stärkung seines Lebenswillen notwendig ist.

Durch das Nachahmen der Lautgebärden kann es sich mit den Urbildern der Welt verbinden, durch die Wiederholungen stärkt es seine Lebenskräfte. Das geschieht natürlich nicht über das Bewusstsein der Kinder, sondern durch die Nachahmung des Vorbildes.

Das Kindergartenkind ahmt ganz spezifisch seiner Wesensart nach, also das, was es für nachahmungswert empfindet und in dem es sich wiederfindet.

Die Grundlage einer Eurythmiestunde im Kindergarten ist eine kleine Geschichte, die in Versen erzählt wird, begleitet von musikalischen Elementen.

Eine Eurythmiestunde beginnt mit dem ruhigen Erleben der Persönlichkeit und der anderen Kinder im Raum.

Anschließend identifiziert sich das Kind mit den Wesen in den Geschichten. Es verwandelt sich in die Katze, den Hasen, den Zwerg, den Riesen etc.

Es wird zum Schaffenden in dem es den Stern glitzern lässt, die Sonne leuchten, den Wind wehen und die Blume wachsen lässt. Das Kind hüpft wie eine Maus, es tastet sich durch den grünen Klee, es stapft durch den tiefen Schnee. Durch diese Bewegungen im Raum nimmt es den Rhythmus der Sprache in sich auf.

Durch das Gestalten von Ballen und Lösen kommen wir dem Urbedürfnis des kleinen Kindes nach Geborgenheit und dem Hingabewillen an die Welt entgegen.

Zum Schluss der Stunde kommen wir nochmals zur Ruhe und lassen das gerade erlebte nachklingen.

Die Eurythmie im Kindergarten findet einmal wöchentlich statt.

Buchempfehlungen

  • Horny, Ilse Eurythmie – die heilende Bewegungskunst
  • Bardt, Sylvia Eurythmie als menschenbildende Kraft
  • Stockmar, Jorinde Eurythmie im Kindergarten
  • Göbel, Elisabeth Eurythmie im ersten Lebensjahrsiebt

f. Individuelle Entwicklungsbegleitung- Inklusion

Wir sehen in jedem Kind eine einmalige, unantastbare Individualität, die schon vor der Geburt existiert hat. Das Kind bringt aus der Vergangenheit sein ganz persönliches Schicksal in das jetzige Erdenleben mit.

Wir versuchen als Erzieherin eine Beziehung zu jedem »Ich« aufzubauen, um dann mit den Eltern gemeinsam Bedingungen schaffen zu können, in denen sich jedes Kind entwickeln kann.

Unsere pädagogische Sichtweise im Umgang mit den Kindern ist die Gewissheit, dass jedes »Ich« bei jedem Menschen gesund ist. Was uns als gestört, entwicklungsverzögert oder behindert erscheint, beruht darauf, dass sich das »Ich« durch eine gestörte Konstitution, eine ungünstige Lebenssituation oder einen unvollkommenen Körper äußern muss.

Gesund zu sein bedeutet nicht nur einen funktionierenden Körper zu haben, sondern auch die seelische und geistige Fähigkeit, sich den Krisen des Lebens zu stellen.

Zur gesunden Förderung der Kinder gehört auch der Grundsatz, nicht von außen ein festes Lerntempo vorzugeben, sondern die Geschwindigkeit der Lernschritte den Möglichkeiten dem jeweiligen Alter anzupassen.

Das gemeinsame Leben in unserem Kindergarten lässt alle Kinder und Erwachsenen wichtige soziale Erfahrungen machen.

Die Kinder erleben die Verschiedenheit der Menschen als selbstverständlich, und wir suchen gemeinsam nach Möglichkeiten, die Schwierigkeiten zu überwinden oder auszugleichen.

Die individuelle Entwicklungsbegleitung aller Kinder wird in unserem Kindergarten auch heilpädagogisch und therapeutisch unterstützt.

Wir betreuen in unserer inklusiven Tagesstättengruppe (Schneewittchengruppe) bis zu 20 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren. Einige dieser Kinder haben einen Fonderförderungsbedarf.

Diese Kinder sind entwicklungsverzögert, geistig oder körperlich behindert oder zeigen soziale und emotionale Entwicklungsschwierigkeiten.

Unser päd. Personal wird stundenweise unterstützt von einer Ergotherapeutin, einer Logopädin und einer Krankengymnastin.

Die Kinder erhalten Einzeltherapien durch die Zusammenarbeit mit der R. Steiner Schule in Mönchengladbach besteht die Möglichkeit zur therapeutischen Begleitung durch Sprachheiltherapie und Heileurythmie.

Buchempfehlungen

  • Holzapfel, Walter Seelenpflegebedürftige Kinder, Bände 1 und 2
  • Quadflieg von Vegesack, Benita Ungewöhnliche Kleinkinder und ihre heilpäd. Förderung
  • Köhler, Henning Von ängstlichen, traurigen und unruhigen Kindern
  • Soziale Hygiene Der Störenfried – Warum stört Frieder?
  • Wils, Thomas J. Das entwicklungsgestörte Kind
  • Glöckler, Michaela Elternsprechstunde
  • Juul, Jesper Das kompetente Kind
  • Köhler, Henning Vom Wunder des Kindseins
  • Köhler, Henning Schwierige Kinder gibt es nicht
  • Kühlewind, Georg Sternkinder
  • Damm, Evelis Malen mit seelenpflegebedürftigen Kindern
  • Dichans, Wolfg. Der Kindergarten als Lebensraum für behinderte und nichtbehinderte Kinder
  • Glöckler, Michaela Kindersprechstunde
  • Glöckler, Michaela Begabung und Behinderung
  • Glöckler, Michaela Eltern fragen heute
  • Klimm, Hellmut Heilpädagogik auf anthroposophischer Grundlage
  • Schulz, Dieter Frühförderung in der Heilpädagogik
  • Schulz, Dieter Welche Bedeutung haben Kinder mit Behinderung….
  • Tietze-Fritz, Petra Handbuch der Heilpädagogik
  • Weihs, Thomas J. Das entwicklungsgestörte Kind

g. Betreuung von Kindern unter 3 Jahren

Im Jahr 2009 öffnete im Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V. erstmalig eine Gruppe der Gruppenform I nach Kibiz.

Diese Gruppe besuchen 20 Kinder im Alter von zwei Jahren bis zur Einschulung. Die Gruppe ist täglich 7 Stunden geöffnet. (7.30-14.30)

Betreut werden die Kinder von 3 pädagogischen Fachkräften. Eine Mitarbeiterin in Vollzeit, zwei Mitarbeiterinnen in Teilzeit.

Die Mitarbeiterinnen verfügen bereits über berufliche und private Erfahrung in der Betreuung der U3 Kinder, durch Mitarbeit in sogenannten Altersgemischten Gruppen und der Führung von Spielgruppen für Kinder im Alter von 2 Jahren.

Eine Mitarbeiterin hat im Jahr 2007 eine Fortbildung zur Betreuung der U3 Kinder bei der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten NRW abgeschlossen.

Weitere Fortbildungen, Konferenzen und Supervisionen werden angeboten.

Für eine altersentsprechende Förderung ist eine gut strukturierte Raumgestaltung notwendig. Die Sterntalergruppe nutzt insgesamt 4 Räume des Gesamtkindergartens.

Der große Gruppenraum ist für das gemeinsame Spiel aller Kinder vorgesehen. Hier finden die Kinder eine großzügige Puppenecke, Kochbereich und Baubereich. In diesem Raum finden Essensvorbereitungen und gemeinsame Märchenkreise und Singspiele statt. Der Raum ist der Mittelpunkt der Gruppe.

Im zusätzlichen Nebenraum gibt es verschiedene Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten, bzw. die Möglichkeit für das Spiel in Kleingruppen.

Ein zusätzlicher Nebenraum ist als Schlafraum gestaltet.

Der Kindergartenflur wird für ältere Kinder der Gruppe als Großbaustelle genutzt. Hier können Kinder selbständig und verantwortlich in Kleingruppen spielen. Auch sind Bewegungsspiele möglich.

Der Mehrzweckraum wird als Bewegungsbaustelle von den älteren Kindern der Gruppe genutzt. Auch hier spielen Kinder in Kleingruppen selbständig und eigenverantwortlich.

Für eine gute Eingewöhnungszeit der U3 Kinder ist eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern unerlässlich. Dazu gehört eine verlässliche Eingewöhnung.

Während der ersten Tage bleiben die jüngeren Kinder gemeinsam mit den Eltern im Kindergarten. Die Eltern begleiten ihr Kind und geben Sicherheit. Die Erzieherin nimmt Kontakt auf.

Der Besuch des Kindergarten sollte 3 Stunden nicht überschreiten. Nach drei Tagen übernimmt die Erzieherin die Begleitung des Kindes beim Spiel und pflegerischen Aufgaben.

Hat das jüngere Kind Vertrauen gefasst und akzeptiert es die Erzieherin als Bezugsperson so besucht das Kind vom 4ten Tag an selbständig für 3 Stunden die Gruppen.

Nach Rücksprache mit den Eltern wird diese Zeit nun kontinuierlich ausgebaut.

Macht ein Kind Rückschritte bei der Loslösung von den Eltern, so werden die Eltern wieder gemeinsam mit dem Kind in die Gruppe eingeladen. ( Berliner Modell).

Tagesablauf

Durch unsere rhythmische Tagesgestaltung finden auch die U3 Kinder Sicherheit und Vertrauen.

Die Bezugspersonen sind verlässlich, Dienstpläne so gestaltet, dass regelmäßig vertraute Pädagoginnen die Kinder begleiten.

Im morgendlichen Freispiel, in der Zeit von 7.30- 9.45 Uhr tauchen alle Kinder gemeinsam und individuell der entsprechenden Neigungen und Wünsche in das Spiel ein. Hier mischt sich die Altersstruktur und ein freies Spiel beginnt.

Während der letzten Phase dieser Freispielzeit, um 9.30 Uhr beginnt die Pflegezeit. Die jüngeren Kinder werden gewickelt und individuell versorgt.

Während der anschließenden gemeinsamen Aufräumzeit werden alle Kinder in die Aktivitäten eingebunden.

Bei Kreis-Sing und Bewegungspielen um 10.00 Uhr wird die Gruppe getrennt.

Kinder die sich bereits gut konzentrieren können und in der Grossgruppe geführt werden können nehmen am Reigen teil, andere Kinder unterstützen eine Mitarbeiterin bei Frühstücksvorbereitungen.

Zum Frühstück, um 10.15 Uhr treffen sich alle Kinder gemeinsam.

Die Länge der Frühstückszeit wird der Konzentrationsfähigkeit der Kinder angepasst.

Die jüngeren Kinder gehen frühzeitig in die Garderobe, sie benötigen Zeit und Ruhe zum selbständigen Ankleiden.

Das Draussenfreispiel, 10.45- 12.00 Uhr genießen die Kinder gemeinsam.

Zum Ende der Draussenzeit gehen die jüngeren Kinder rechtzeitig in den Kindergarten herein.

Hier ist wieder der Zeitpunkt zur individuellen Körperpflege und der Vorbereitung auf das Mittagessen.

Das Mittagessen, 12.15 Uhr wird mit allen Kindern gemeinsam eingenommen. Die jüngsten Kinder der Gruppe haben feste Sitzplätze und sogenannte Essenspaten.

Rechtzeitig gehen die jüngeren Kinder in den Waschraum. Im Schlafraum, Ruhezeit von 13.00-14.00 Uhr, finden die Kinder eigene individuelle Schlafplätze, die dem Ruhebedürfnis einen jeden Kindes entgegen kommt.

Um 14.00 Uhr endet der Mittagsschlaf. Die Eltern wecken gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen die Kinder.

Abgeholt werden die Kinder bis um 14.30 Uhr.

h. Sprachförderung

Sprache bedeutet weit mehr als nur ein Mittel zur Kommunikation. Sie ist die wichtigste Grundlage allen sozialen Lebens, indem sie uns ermöglicht, einander mitzuteilen, was uns im Inneren bewegt.

Durch die Sprache erhält das Kind nicht nur die Möglichkeit, seine eigenen Gedanken und Gefühle auszudrücken. In wachsendem Maße vermittelt ihm Sprache Gedanken und Gefühle anderer Menschen, die Weltsicht fremder Kulturen. Es kann sich in sie hineinversetzen, menschliche Beziehungen aufbauen und andere in ihrem Anderssein verstehen.

Sprache lernen Kinder in einer sprechenden Umgebung. Uns ist es im Waldorfkindergarten sehr wichtig, viel und gut mit den Kindern zu sprechen.

Die Kinder erleben Sprache durch das Erzählen von Märchen, Geschichten, unsere Reigen und Singspiele, die Eurythmie, die Handgesten- und Fingerspiele und Lieder.

Wir sprechen mit den Kindern, achten darauf, dass Kinder aussprechen und zuhören können. Die Kinder werden von Inhalt und Wort altersgemäß angesprochen.

Durch Wiederholungen der Märchen, Geschichten, Lieder und Reigenspiele können sich die Kinder intensiv mit Inhalt und Darstellung verbinden.

Sie haben Freude am Wiedererkennen, gewinnen rasch Sicherheit im Umgang mit anspruchsvoller Sprache und integrieren das Gehörte fantasievoll in ihr freies Spiel.

Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen können in unserem Kindergarten therapeutisch begleitet werden. Unsere Logopädin berät die pädagogischen Mitarbeiterinnen beim Erkennen von Sprachauffälligkeiten und bietet Beratungsgespräche für Eltern an.

Eine pädagogische Fachkraft ist ausgebildet zur Sprachentwicklungsbegleiterin.

Die pädagogischen MitarbeiterInnen dokumentieren die Sprachentwicklung der Kinder anhand des Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren BaSiK (Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen nach Zimmer et al,2014) Dieser Bogen ist die Grundlage des jährlichen Entwicklungsgespräches mit den Eltern/Erziehungsberechtigten.

Buchempfehlungen

  • Dhorn, Christel Spiel mit mir, sprich mit mir
  • Glöckler, Michaela Gehen – Sprechen – Denken

i.Gesundheitsförderung

»Waldorfpädagogik sieht ein vorrangiges Ziel ihrer Bemühungen in der Förderung und Sicherung einer tragfähigen Gesundheitsbasis, wobei es nicht allein um

die Pflege der leiblichen Grundlagen geht, sondern auch um die umfassende Harmonisierung der seelisch-geistigen Organisation durch das Individuum …

… Gesundheit ist nicht die Abwesenheit von Krankheit, sondern die Anwesenheit eines schöpferischen Potentials an leiblichen,seelischen und geistigen

Entfaltungsmöglichkeiten, die es dem Menschen erlauben, das eigene Schicksal kreativ in die Hand zu nehmen und dadurch immer mehr er selbst zu werden,

ein Individuum mit unverwechselbarer, einmaliger Signatur …«

Körperlich, geistig, seelische Bedingungen

• Unser Kindergarten ist nach baubiologischen Vorgaben errichtet worden.

• Es gibt ein vollwertiges Frühstück und ein vegetarisches Mittagessen.

• Wir unterstützen die körperliche Entwicklung durch viele Bewegungselemente und das regelmäßige freie Spiel in der Natur.

• Wir pflegen Gemeinschaft unter Berücksichtigung der Individualität.

• Wir fördern die musischen und kreativen Fähigkeiten der Kinder.

• Wir geben Sicherheit und Orientierung durch Rhythmus und Tagesgestaltung.

• Wir schenken Vertrauen durch verlässliche Beziehungen.

• Wir geben emotionale Zuwendung und vermitteln ethisch-moralische Qualitäten.

• Wir setzen verbindliche Grenzen und Regeln.

• Wir bieten die Wahrnehmung guter Umgangsformen und Konfliktlösungsstrategien.

• Wir vermitteln ein natürliches Verhältnis zur eigenen Geschlechtlichkeit.

Weitere Bedingungen (siehe 1. a pädagogische Grundhaltung)

»Viele Werte werden nicht durch Reflexionen und Diskussionen vermittelt, sondern indem die gewünschten Qualitäten durch das Vorbild des Erwachsenen gelebte Wirklichkeit sind, die sich das Kind durch Nachahmung zu eigen macht.«

»Wir geben dem Kind ausreichen Gelegenheit, sich durch unmittelbare körperliche Erfahrungen mit den Gegenständen, Vorgängen und Tatsachen seiner Lebensumwelt vertraut zu machten und sich mit ihnen auch in seiner Gefühlssphäre innig zu verbinden. Das ist die Basis für ein künftiges initiativ freudiges, kreatives Gestalten der Welt, für Entdeckerfreude und Lernfähigkeit …«

Zitate: Kindheit-Bildung-Gesundheit, Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der freien Waldorfschulen

j. Bildung – Übergang vom Kindergarten zur Schule

Bildung ist Leben in der Gegenwart, die Kindergartenzeit ist keine Schulzeit!

Jedes Lernen im Kindergartenalter ist ein ganzheitlicher und komplexer Vorgang, der sich nicht in einzelne »Fächer« zerlegen lässt.

Zu den Bildungsbereichen in unserem Kindergarten gehören:

Das freie Spiel. In keiner anderen Tätigkeit kann das Kind seine Selbstbildung so umfassend verwirklichen wie hier: Sämtliche Lebenskompetenzen werden grundlegend geübt, und zugleich bietet das freie Spiel eine hervorragende Grundlage für die Entfaltung der eigenen Individualität.

Die Bewegung. Jede Tätigkeit, sei sie motorischer oder sensorischer Art, schlägt sich beim heranwachsenden Kind in neurologischen Strukturen nieder. Die seelische und geistige Befindlichkeit des Kindes korrespondiert mit der körperlichen Beweglichkeit. Durch Bewegung prägt sich die Wahrnehmung des Kindes aus, es weitet sich der Erfahrungshorizont. Kinder, die sich aktiv und vielseitig bewegen, bereiten sich auf eine qualifizierendere Denktätigkeit vor. Die Fähigkeit, sich zu bewegen, beeinflusst den Spracherwerb.

Die Sprache (siehe auch 1. g Sprachförderung). Durch die Sprache kann das Kind seine persönlichen Gedanken mitteilen und Gedanken und Gefühle anderer Kinder wahrnehmen.

• Die rhythmisch-musikalische Bildung. Kinder sind geborene Künstler. Mit ihren schöpferischen Fähigkeiten schreiten sie freudig zur Tat und stehen mit ihrem tätigen Schaffen gewissermaßen mitten in der Welt.

Soziales Miteinander muss gelernt werden. Ohne Sozialverhalten ist ein Leben des einzelnen Menschen in der Gemeinschaft nicht möglich. Soziales Lernen heißt: die eigenen Bedürfnisse mit denen der Umwelt ins Verhältnis zu setzen. Um Mitgefühl und Verständnis für andere Menschen zu entwickeln, muss das Kind zunächst sich selbst als eigenständige Individualität erleben und behaupten können, muss sich von den Mitmenschen angenommen und bestätigt fühlen. Aus einem verantwortlichen Freiheitsimpuls heraus kann sich eine soziale Gemeinschaft entwickeln. Dazu sind Regeln, Absprachen, Vertrauen und Verabredungen sehr wichtig. Das Kind lernt im Kindergarten soziale Lebensregeln.

Neugierig erforschen Kinder die Natur, spontan und frei. Alle Erlebnisse werden ins Spiel integriert. So erweist sich das freie Spiel mit Naturmaterialien als das Lernfeld für erste mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung, ohne dass es den Kindern bewusst ist. Es wird gebaut, konstruiert, sortiert, geordnet, verglichen und ausprobiert. Das Kind erlebt den Umgang mit Maßen, Zahlen, Gewicht und Qualität. Alles, was später mit dem Verstand erkannt und gedacht werden kann, ist vorher sinnlich-leiblich erfahren, getan und begriffen worden.

• Das Kind erlebt ethisch-moralische Werte durch das Staunen der Erwachsenen über alle Erscheinungen der Natur und Umwelt. Hier wecken wir Freude, Achtung und Ehrfurcht gegenüber allem, was lebt. Das Kind bekommt ein tiefes Verantwortungsgefühl.

Medienkompetenz erlernt das kleine Kind durch eine grundlegende Ausbildung der motorischen und sensorischen Fähigkeiten. Dadurch erlangt das Gehirn erst die volle Leistungsfähigkeit. Aus diesem Grund muss jedes Kind eine differenzierte Wahrnehmung der Sinne entwickeln. Aus diesen Erfahrungen erwachen das Denken und Urteilsvermögen. Auf dieser Grundlage kann das Kind in späteren Jahren Daten zu Wissen verarbeiten, Symbolen eine Bedeutung geben und aus Texten den Sinn schöpfen. Hat ein Kind vielfältige elementare Sinneserfahrungen gemacht, so kann es in der späteren Entwicklung die Gesetzmäßigkeiten von Medien und Technik besser verstehen. Was »begriffen« wurde, wird verstanden.

• Entwicklung zur Selbstständigkeit Kinder entwickeln sich nicht linear, sondern in Verwandlungsstufen. Selbstständigkeit wird nicht gefördert, indem wir dem Kleinkind zu viel Eigenverantwortung geben, sondern durch die frühe Orientierung am Vorbild, die den Drang, solche Erfahrungen selbst zu machen, stärkt. Der Impuls zum eigenen Üben wird entwickelt. Damit jedes Kind seine individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten entdecken und weiterentwickeln kann, müssen wir dem Kind Raum und Zeit geben. Die Bildung und Entwicklung der Kinder muss zu jeder Zeit wahrgenommen, erkannt und gefördert werden. Kinder, die unseren Kindergarten verlassen, wechseln zu unterschiedlichen Schulen.

Einige besuchen die Waldorfschule, andere die städtischen oder konfessionellen Grundschulen im jeweiligen Wohngebiet und weitere freie Schulen. Da der Übergang vom Kindergarten zur Schule so unterschiedlich gestaltet ist und die Schulen verschiedene Lernformen pflegen, ist es uns wichtig, für alle Kinder gemeinsame Schwerpunkte für den Übergang zur Schule zu betrachten. Aus diesem Grund bieten wir eine intensive Elternarbeit an.Während der Kindergartenzeit führen wir Elterngespräche mit dem Schwerpunkt »Schulfähigkeit«. Hierbei betrachten wir die individuelle Entwicklung eines jeden Kindes.

Schwerpunkte dieser Gespräche sind: Individualität des Kindes, körperlich-geistig-seelische Fähigkeiten, Verhalten im Spiel, Sprachfähigkeit, Bewegungsentwicklung, soziale Fähigkeit und Konzentration und Motivation des Kindes.

Buchempfehlungen

  • Krenz, Armin Ist mein Kind schulfähig?
  • Kiel Hinrichsen, Monika Wackeln die Zähne, wackelt die Seele

 

k. Partizipation und Beschwerdemöglichkeit

„Der Geist der Demokratie kann nicht von außen aufgepfropft werden, er muss von innen heraus kommen“ (Mahatma Gandhi)

Bereits im Präambel dieser Konzeption formulieren wir, dass unser Kindergarten ein Lebensraum sein möchte, der Begegnung und Selbstwerdung ermöglicht.

Für uns bedeutet dies, die Kinder entsprechend ihren Entwicklungsfähigkeiten und Persönlichkeiten in die selbstbestimmte Entscheidung und Selbstwahrnehmung einzubeziehen – Teilhabe zu geben, Mitwirkung und Mitbestimmung zu ermöglichen. Unsere Haltung zu den Kindern ist wertschätzend.

Wir suchen nach individuellen Wegen eine gute Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Jedes Kind erzieht sich selber. Um diese Selbsterziehung zu unterstützen ist es uns wichtig die verbalen und nonverbalen Äußerungen der Kinder wahrzunehmen.

Wir bieten den Kindern einen Raum, sich und den anderen zu begegnen und Beziehungen frei und offen zu gestalten. Dazu ist die Selbstreflektion und Selbsterziehung des Erwachsenen sehr wichtig.

Die Kinder spiegeln das Verhalten der Erwachsenen, ebenso spiegeln wir den Kindern durch begleitende Gespräche deren Verhalten.

Die Kinder im Alter zwischen dem 2ten und 3ten Lebensjahr befinden sich in der „Ich Phase“. Durch die Trotzphase unterstützt erlebt das kleine Kind immer deutlicher den eigenen Willen und die Wünsche. „Wille nennen wir jene Kraft, die in der Lage ist Begierde zu steuern oder der Begierde ein Ziel zu setzen.“

So ist es wichtig, gerade bei den jüngsten Kindern, die unseren Kindergarten besuchen eine gute Beziehung aufzubauen (Aufnahme nach Berliner Modell) und somit die Bedürfnisse der Kinder zu sehen und zu begleiten.

Die Kinder sind noch nicht in der Lage ihren Willen reflektiert zu artikulieren.

Gewohnheiten und Rhythmen sind unsere Grundlagen ein gutes Vertrauen aufzubauen, um im Miteinander als Individuum in diesem Alter partizipieren zu können.

Alle Kinder nehmen an den täglichen Angeboten im Kindergarten teil. Sie erleben das freie Spiel im Haus und im Garten.

Alters entsprechend nehmen Sie am Morgenkreis, Reigen, dem Erzählen der Geschichten und dem Feiern von Festen, teil.

Im 3-5 Lebensjahr befindet sich das Kind im Lebensalter der schöpferischen Fantasie.

Nun wird alles ausprobiert, reflektiert und umgestaltet und es werden viele Erkenntnisse gesammelt die die eigenen Bedürfnisse steuern, und Ziele entwickeln können. Gerade das freie Spiel bietet den Kindern in unserem Kindergarten hier einen großen Raum der Partizipation. Im freien Spiel ist jedes Kind ständig gefordert seine Wünsche und Ziele zu artikulieren und zu gestalten.

Es gibt wenig Material-Grenzen und gerade die Mitspieler in der Gruppe fördern sehr aktiv die Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Die Kinder in diesem Lebensalter sind bereits in der Lage ihre Wünsche und Meinungen zu formulieren, uns ist es wichtig diese zu hören und die Kinder aufzufordern, aktiv Meinungen zu vertreten. Dies ermöglicht der tägliche Morgenkreis und der Kontakt zu den einzelnen MitarbeiterInnen.

Im 5-6 Lebensjahr werden die Kinder schulfähig

Neben der körperlichen Reife, erleben sie sehr stark die seelische Vielfalt und die geistige Regsamkeit. Die Kinder empfinden sehr deutlich ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten. Sie sind sehr sprachgewandt und aufgrund ihrer Lebens- und Sozialerfahrung können Sie sehr gut Meinungen äußern, Diskussionen führen und Empfindungen anderer Kinder abwägen.

Dazu ist es notwendig immer wieder Raum für Gespräche anzubieten. Auch hier ist das freie Spiel sehr wichtig. Im Spiel wird geplant, organisiert, abgewägt, ausgehandelt, neu sortiert. Es wird um soziale Lösungen gerungen und diese ständig neu belebt. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung wird in der altersentsprechenden „Kleingruppen- Vorschularbeit“ gefördert durch das gemeinsame Gestalten von rhythmisch musikalischen und handwerklichen Angeboten.

Die Planung und Durchführung vom Vorschulkinderausflügen ergänzen diese Erfahrungen. So oft wir Gelegenheiten wahrnehmen, in denen Kinder teilnehmen und selbst entscheiden können, nehmen wir diese ernst und unterstützen die Entwicklung zur Teilhabe, Mitbestimmung und Mitwirkung!Selbstverständlich ist für uns, dass wir Interaktionen zwischen den Kindern der unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen initiieren. Die älteren Kinder erfahren dabei Anerkennung und Selbstwirksamkeit.

Die jüngeren Kinder erfahren Wertschätzung wenn Sie die Bemühungen der älteren Kinder erleben.

Partizipation der Eltern und Erziehungsberechtigten

grundsätzlich gilt, dass alle Kinder durch ihre Eltern und Erziehungsberechtigten in ihrer Partizipation unterstützt werden. Dafür ist es uns wichtig den Eltern und Erziehungsberechtigten, offen, wertschätzend und transparent zu begegnen.

Durch eine gelungene Erziehungspartnerschaft fördern wir die Kinder in ihrer Entwicklung. Auch die Eltern partizipieren sich Ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten entsprechend. Dafür gibt es; Regelmäßige Elterngespräche, jährliche Entwicklungsgespräche, Elternabende und Elternarbeitsgruppen.

Wir bieten Informationsabende zur Waldorfpädagogik, Kennenlerntage und einen öffentlichen Basar.

Regelmäßig stattfindende schriftliche Elternbefragungen ermöglichen eine Wahrnehmung der Bedürfnisse der Familien. Durch die Mitarbeit im Elternbeirat oder dem Vorstand des Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V. ist die aktive Teilnahme am Kindergartenleben möglich.

Partizipation der MitarbeiterInnen.

Die soziale Gemeinschaft trägt sich durch die Beteiligung aller Mitglieder. Offen, ehrlich und respektvoll begegnen wir den Mitarbeitern des Kindergartens. Uns ist ein gleichberechtigtes Miteinander unter Berücksichtigung individueller Vorlieben, Fähigkeiten, Stärken und Arbeitsaufträge sehr wichtig.

Kurze reflektierende Gespräche, der aktive Austausch von Kritik und wöchentliche Mitarbeiterkonferenzen unterstützen die Partizipation.

Vereinbarungen und päd. Leitgedanken werden schriftlich dokumentiert. Jährlich finden Personalentwicklungsgespräche statt. Diese bieten die Möglichkeit eigene Stärken zu reflektieren, Meinungen auszutauschen, Ideen zu entwickeln und Veränderungen zu unterstützen.

Die Wahrnehmung aller Beteiligten ist uns sehr wichtig.

 

Die Fachberatung der Vereinigung der Waldorfkindergärten NRW unterstützt die jährliche Evaluation unserer gemeinsamen Arbeit durch Entwicklungsgespräche.

Buchempfehlungen

  • Hansen Rüdiger: Beteiligung in Kindertageseinrichtungen – zwischen partizipativer Pädagogik und politischer Partizipation
  • Korczak Janosch, Das Recht des Kindes auf Achtung
  • Pickler Emmi Lass mir Zeit

Beschwerdemöglichkeit im Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V.

ein Mensch, der gut partizipiert ist und am Leben teilnehmen kann hat grundsätzlich auch die Möglichkeit Beschwerden zu äussern.

Auch hier ist unsere Haltung den Kindern und Erwachsenen gegenüber sehr wichtig.

Wer beschwert sich? Wann? Worüber?

Beschwerde der Kinder

So ist schnell feststellbar, dass die Beschwerde des Kindes noch sehr Umfeld- und Situationsgebunden ist. Kinder beschweren sich direkt, unmittelbar und je nach Temperament unterschiedlich.

Sie benötigen einen Erwachsenen, der authentisch ist, der Ihnen zuhört, aufmerksam ist, das Kind versteht und mit dem Kind gemeinsam eine Lösung der Beschwerde entwickelt.

Folgende Fragen stellen wir uns:

  • Gibt es eine vertrauensvolle Bezugsperson?
  • Wie baue ich eine gute Bindung zu den Kindern auf?
  • Wo und wie können sich Kinder altersgemäß, und ihrem Temperament entsprechend beschweren?
  • Wie gestalten wir einen gemeinsamen Beteiligungsprozess? Was ist unser Ziel?

Uns ist wichtig, die Kinder altersentsprechend mit ihrer Beschwerde wahrzunehmen. Wir nehmen die Kinder in ihren verbalen und nonverbalen Äußerungen ernst.

Jüngere Kinder benötigen oft Unterstützung, ältere Kinder Ermutigung, sich den Herausforderungen der Beschwerde zu stellen. In Kinderbesprechungen werden die Entwicklungen der Kinder vorgestellt.

Durch die vielen Wahrnehmungen der Pädagogen entsteht ein individuelles Bild vom Kind.

Zitat : „Ziel ist es, …….das individuelle Kind anerkennen, es ernst nehmen und eine günstige Umgebung zu schaffen, damit an uns sich das Kind so erzieht, wie es sich durch sein inneres Schicksal erziehen muss“ (R. Steiner)

Beschwerde der Eltern/Erziehungsberechtigten

Eltern-Kindergarten

Eltern beschweren sich individuell und situationsgebunden.

Hier ist eine gute Sozialpflege und eine offene Beschwerdekultur sehr wichtig.

Unser Beschwerdeweg im Waldorfkindergarten Hollerbusch:

  • Wir sind dankbar, wenn wir auf Unzulänglichkeiten hingewiesen werden.
  • Wir wissen, jeder hat ein Recht Fehler zu machen.
  • Jeder hat Anspruch auf Unterstützung, wenn er einen Fehler gemacht hat.
  • Wir hören uns Beschwerden ruhig und sachlich an.
  • Wir öffnen dabei unser „sachbezogenes“ Ohr und begegnen den Informationen mit unserer persönlichen/individuellen Wahrnehmung
  • Wir bieten keine vorschnellen Lösungen an. Es wird gegebenenfalls um Bedenkzeit gebeten.
  • Wenn es erforderlich ist, wird eine zweite Person zum Gespräch dazu gebeten.
  • Es wird zeitnah und zielorientiert über die Beschwerde gesprochen und eine Rückmeldung gegeben.
  • Es wird darum gebeten gravierende Beschwerden zu verschriftlichen.
  • Verschriftlichungen der Beschwerden ermöglichen eine erfolgreiche Selbstkontrolle.
  • Jeder kann sich darauf verlassen, dass interne Prozesse nicht nach außen dringen.

Möglichkeiten der Beschwerde: Sprechzeiten mit Erzieherinnen, Leitung und Vorstand des Kindergarten können flexibel vereinbart werden.

Feste Bürozeiten ermöglichen spontane Gespräche, ebenso das offene Elterncafe und die regelmäßig stattfindenen Elternabende.

Alle zwei Jahre werden durch Fragebögen die individuellen Wahrnehmungen der Eltern/Erziehungsberechtigten erfragt, mit dem Ziel die allgemeine Zufriedenheit zu verbessern und zukünftige Entwicklungen/Veränderungen/Verbesserungen zu ermöglichen.

Beschwerde der Eltern

Eltern- Eltern

Wir achten auf den Schutz der Kinder

Bei Meinungsverschiedenheiten und Konflikten in der Elternschaft untereinander wird eine Lösung für beide Seiten angestrebt.

Handelt es sich um päd. Fragen, können die Pädagoginnen manchmal vermitteln. Hierbei ist der Datenschutz zu beachten. Auch der Elternbeirat als vermittelndes Gremium steht zur Verfügung.

Beschwerde der Eltern

Eltern- Träger

Bei Beschwerden dem Träger gegenüber handelt es sich häufig um wirtschaftliche Fragen, wie Einhaltung der Betreuungsverträge, Erfüllung des Vereinszweckes.

Durch ein gutes Regelwerk und ausführliche Handreichungen werden Transparenz und Rechenschaft ermöglicht. Offene Gesprächszeiten werden angeboten, ebenso gibt es regelmäßige Treffen der Gremien der Einrichtung (Elternbeirat-Vorstand-Leitung-päd. Mitarbeiter)

Beschwerde der Mitarbeiterinnen

MitarbeiterInnen beschweren sich beim Träger, bei der Leitung oder bei den Kollegen. Häufig handelt es sich hier um Beschwerden dem Arbeitgeber oder der Arbeitsplatzgestaltung gegenüber.

Wir bieten jährliche Personalentwicklungsgespräche an, in denen gemeinsam die Zusammenarbeit reflektiert wird und Fragen gestellt werden können. Ebenso gibt es auf Anfrage zeitnahe Personalgespräche.

Gibt es Beschwerden innerhalb des Kollegiums ist es uns wichtig eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. An diesen Gesprächen beteiligen sich nach Bedarf die Gruppenleitung, die Kindergartenleitung und der Vorstand des Kindergartens.

Supervision wird unterstützend angeboten

Unsere Haltung in diesen Gesprächen ist:

  • Jede/Jeder genießt den gleichen Respekt. Jede Aussage ist ein ernst zu nehmender Beitrag.
  • Ich vertraue mich neuen Wahrnehmungen, Urteilen und Sichtweisen an.
  • Mir ist klar, dass „meine Wirklichkeit“ nur ein Teil der ganzen „Wirklichkeit“ ist.
  • Ich brauche niemanden von meiner Sichtweise zu überzeugen, benenn sie aber authentisch und konkret.
  • Ich nehme Unterschiedlichkeiten als Reichtum wahr.
  • Ich bin bestrebt, meinen Beitrag zu einem gemeinsamen Verständnis, zu einer möglichen neuen Idee beizutragen.

„Heilsam ist nur, wenn im Spiegel der Menschenseele sich bildet die ganze Gemeinschaft und in der Gemeinschaft wirket/lebet der Einzelseele Kraft.“ R. Steiner

Literaturempfehlung:

  • Beschwerdemanagement: Wie Kindergärten TOP werden, Pesch/Sommerfeld
  • Beschwerden erlaubt! 10 Empfehlungen zur Implementierung von Beschwerdeverfahren in Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe, Urban-Stahl

2. Elterngemeinschaft

Die Erziehungsberechtigten/Eltern und die pädagogischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten miteinander in den unterschiedlichen Bereichen der Kindergartengemeinschaft.

Eine fruchtbare Zusammenarbeit ist wesentliche Bedingung des Gelingens der Erziehungs- und Bildungsarbeit im Kindergarten.

Durch die Vielfalt der Individuen entsteht eine lebendige Gemeinschaft, die sich permanent weiterentwickelt. Wesentliche Merkmale unserer Gemeinschaft sind Selbstverwaltung und offene Gestaltungsräume .

Die Kommunikation unserer Gemeinschaft findet im Gespräch, in der Begegnung, in gemeinsamer Aktion und Offenheit statt.

a.Elterngespräche

Eltern und Mitarbeiterinnen müssen in voller Freiheit eine eigene, unverwechselbare Beziehung zu dem Kind aufbauen. Für eine gute Zusammenarbeit darf es weder offene noch verdeckte Weisungen oder Bevormundungen geben.

Ferner ist es wichtig, sich gegenseitig die Erfahrungen mitzuteilen, die mit dem Kind gemacht wurden, und in einen Austausch über den pädagogischen Ansatz der eigenen Arbeit zu kommen.

Einzelgespräche über den Entwicklungsstand (Bildungsdokumentationsgespräche) jedes Kindes mit den Eltern, der Gruppen- und/oder Kindergartenleitung, finden regelmäßig oder nach Vereinbarung statt.

b.Elternabende

Bei den monatlich stattfinden Elternabenden stehen aktuelle Themen und Entwicklungen sowie Termine im Mittelpunkt. Informationen, die gruppenübergreifend von Interesse sind, werden zunächst in der »großen Runde« besprochen. Anschließend werden in den einzelnen Gruppen die »Gruppenelternabende« fortgesetzt. Wünsche und Anregungen zu speziellen Themen oder Fragestellungen sind dabei immer herzlich willkommen.

c.Elternmitarbeit

Elternmitarbeit heißt aktive Unterstützung im Kindergartenalltag durch

• Mitarbeit in Elternarbeitsgruppen, wie Hausmeistergruppe, Gartengruppe, Büchereibetreuung, …

• Teilnahme an zwei bis drei Arbeitstagen im Jahr (Renovierungs-Garten- oder Putztage).

• Gestaltung und Organisation von Basar und anderen Festen.

• Öffentlichkeitsarbeit.

• Beantwortung von Fragen und Anregungen.

• Formulierung von Zielen und deren Umsetzung.

d.Elternbeirat

Gewählte Eltern aus jeder Gruppe bilden den Elternbeirat. Der Elternbeirat ist das Verbindungsglied zwischen Eltern, Vorstand und pädagogischem Team.

Bei Fragen der Struktur oder Organisation unseres Kindergartens, aber auch bei speziellen Themen der Pädagogik, berät und unterstützt der Elternbeirat die Eltern, den Vorstand und die pädagogischen Mitarbeiter und begleitet alle Gruppen mit Rat und Tat durch das Kindergartenjahr.

Der Elternbeirat unterstützt den Vorstand des Vereins Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V. bei seinen Tätigkeiten durch die Mitarbeit in Arbeitskreisen und organisiert mit Hilfe von Vorstand und Kindergartenleitung die Elternarbeit im Kindergarten.

3. Trägerschaft

a. Vereinsgestaltung

Träger des Kindergartens ist der Verein »Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V.«.

Der Vereinszweck ist die Errichtung und Führung eines Waldorfkindergartens auf der Grundlage der Pädagogik Rudolf Steiners, sowie die sozialpädagogische Bildung ihrer Familien und anderer interessierten Menschen unter dem Gesichtspunkt des anthroposophischen Menschenbildes.

Das ist in der Vereinssatzung festgelegt.

Unsere Satzung der Betreuungsvertrag und das Eltern ABC sind unsere Regelwerke, die das Zusammenleben im Kindergarten regeln.

Der gewählte Vereinsvorstand ist nicht nur der Gestalter in wirtschaftlicher und juristischer Sicht, Leitbildes. Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit sind unsere Leitwörter.

b.Rechtliche Beziehungen

Mit Abschluss des Betreuungsvertrages werden die Personensorgeberechtigten, auf Antrag, Mitglieder des Vereins. Darüber hinaus ist eine passive Fördermitgliedschaft möglich. Details regelt die Satzung.

Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ des Vereins, sie wählt den Vorstand.

Zwischen den Mitgliederversammlungen führt der Vorstand die Geschäfte des Vereins.

Der Verein ist Arbeitgeber der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kindergartens. Der Verein ist gemeinsam mit der Kindergarten-Leiterin Träger der Betriebsgenehmigung. Wir sind Mieter des Kindergartengebäudes, das im Eigentum des Vereins zur Förderung der Waldorfpädagogik steht.

c. Finanzierung

Als Elterninitiative erhalten wir Zuschüsse der öffentlichen Hand. Einen Teil der Kosten des Kindergartens müssen die Eltern als Trägeranteil finanzieren.

(siehe Formblatt: Erläuterung der Kindergartenbeiträge)

d.Vorstandsarbeit

Die rechtliche Gestalt und die grundsätzlichen Aufgaben des Vorstands sind in der Satzung geregelt.

Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich; er delegiert die pädagogische Leitung an die Kindergartenleiterin. Die konkreten Aufgaben des Vorstands beschreibt ein Geschäftsverteilungsplan.

Vorstandarbeit ist eine Herausforderung, die Aufgaben der Vereinsführung ganzheitlich zu sehen und kreativ nach Lösungen und Wegen zu suchen.

Auch hier finden wir den Lebensraum der Begegnung und Selbstwerdung.

4. Kollegium

Pädagogische Mitarbeiterinnen unseres Kindergartens sind: die pädagogisch Leitung, Gruppenleiterinnen, pädagogische Ergänzungskräfte, Therapeutinnen und Therapeuten, Praktikantinnen und Praktikanten. Sie gemeinsam tragen eine kollegiale Verantwortung.

Durch die Konferenzarbeit schaffen sich das pädagogische Team und die Therapeutinnen ein Gesamtbewusstsein der anstehenden Aufgaben. Aus diesem Bewusstsein werden die Aufgaben, den Fähigkeiten entsprechend von den Kolleginnen umgesetzt. Die pädagogische Selbstverwaltung ermöglicht die Führung der Kindergruppen in Freiheit und Eigenverantwortung.

Pädagogische Schwerpunkte werden von den pädagogischen Mitarbeiterinnen erarbeitet und gelebt.

Ziel der kollegialen Verantwortung und pädagogischen Selbstverwaltung ist es, eine zwischenmenschliche Atmosphäre der gegenseitigen Anerkennung und Wertschätzung zu schaffen. Ein weiteres Ziel ist es, für die Kinder eine Lebenssituation zu schaffen, in der Toleranz, persönliche Initiative, Verantwortung und produktives Miteinander real gelebte Haltungen und soziale Tatsachen sind.

Fortbildungen sind uns sehr wichtig! Zur guten kollegialen Zusammenarbeit gibt es gemeinsam verabredete Bedingungen und Vereinbarungen wie Stellenbeschreibungen und Personalgespräche. Private Treffen des Teams stärken die persönliche Wahrnehmung.

5.Beziehung zu anderen

Am Erziehungs- und Bildungsprozess der Kinder sind viele Erwachsene beteiligt. Die Erziehungspartnerschaft von Eltern und Erzieherinnen ist sehr wichtig.

Ebenso wichtig sind die Kontakte zu anderen Einrichtungen, Behörden und der Öffentlichkeit.

Wir sind als Waldorfkindergarten ein Teil der Gesellschaft. Wir öffnen unseren Lebensraum und leben unsere Beziehungen:

Wir nehmen teil an Teilregionstreffen der Waldorfkindergärten Niederrhein sowie an den jährlichen pädagogischen Konferenzen und verschiedenen Arbeitskreisen der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten.

Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit mit der Waldorfschule Mönchengladbach, auch durch gemeinsame Konferenzen mit den Lehrern der Rudolf-Steiner-
Schule.

Wir sind Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und pflegen auch hier Kontakte durch Fachberatungsgespräche, Stadtkonferenzen und Treffen der Leiterinnen.

Durch unsere inklusive Tagesstättengruppe gehören wir den Arbeitskreisen der integrativen Kindertagesstätten in Mönchengladbach und im Rheinland an.

Für die Kinder mit Sonderförderbedarf suchen wir gemeinsam mit den Therapeuten und Eltern eine geeignete Förderschule.

Zu allen anderen Grundschulen der Stadt Mönchengladbach nehmen wir nach Bedarf Kontakt auf.

Erziehungsberatungsstellen, die Sozialpädagogische Bildungsstätte der Stadt Mönchengladbach, der Verein Zornröschen, der Kinderschutzbund und andere Verbände unterstützen Eltern und Erzieherinnen bei Anfragen.

Unsere erweiterte Öffentlichkeitsarbeit findet statt durch unser öffentliche Vortragsabende und durch den jährlich stattfindenden Basar.

Die Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Behörden pflegen sowohl die pädagogisch Leitung,und die Mitarbeiterinnen als auch der Vorstand des Kindergartenvereins.

6. Abschluss und Ausblick

Unsere Aufgabe ist, auch zukünftig immer rückblickend und vorausschauend zu betrachten, wie die Schwerpunkte unserer Konzeption gelebt werden, was sich verändert und weiterentwickelt hat.

Ideale, Lebensfelder und Bedingungen ändern sich, wenn andere Menschen die Kindergartengemeinschaft bilden oder aber gesellschaftliche Veränderungen neue Fragen stellen.

Der Lebensraum Waldorfkindergarten Hollerbusch ist in ständiger Bewegung.

Die Kinder zeigen uns den Weg.

Das Schöne bewundern,

Das Wahre behüten,

Das Edle verehren,

Das Gute beschließen;

Es führet den Menschen

Im Leben zu Zielen,

Im Handeln zum Rechten,

Im Fühlen zum Frieden,

Im Denken zum Lichte;

Und lehret ihn vertrauen

Auf göttliches Walten

In allem, was ist;

Im Weltenall,

im Seelengrund.

Rudolf Steiner

© 2014 Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V. Alle Rechte vorbehalten
Herausgegeben im Oktober 2014 vom
Waldorfkindergarten Hollerbusch e.V., An den Hüren 23, 41066 Mönchengladbach.
Verantwortlich: Der Vorstand